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Valkyria Chronicles Remastered - Europa Edition

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David gegen Goliath
Als großer Fire Emblem-Fan führt kein Weg daran vorbei, einen kleinen Vergleich anzustellen. Die Strategie-Rollenspiel-Serie von IntelligentSystem aus dem Hause Nintendo liefert seit jeher hochwertigen Strategiegenuss. Bei all der Qualität muss aber auch soviel Fairness gewahrt bleiben, dass man sich nie so richtig um die Weiterentwicklung des bekannten Gameplays gekümmert hat. Detailänderungen bietet ein jeder Teil, doch stets schiebt man Einheiten Runde um Runde auf einem flachen Koordinatengitter herum, kontrolliert immer wieder die Reichweite der Einheiten des Gegners, vergleicht Statuswerte, und bestätigt schließlich die gewählte Aktion. Das ist okay, könnte jedoch einen gewaltigen frischen Anstrich vertragen. Und da kommt Valkyria Chronicles ins Spiel.

Man nehme Fire Emblem, transportiere es von 2D nach 3D, und ersetze das Mittelalter-Setting mit einem fiktionalen europäischen Kriegsszenario mit mehr oder weniger modernen Waffen. Einige Unterschiede hier und da, doch der Hauptumstand bleibt bestehen: Valkyria Chronicles fühlt sich an wie die logische Evolution der beliebten Nintendo-Franchise – und versprüht auch genauso viel Charme und Wertigkeit wie die Titel der großen Konkurrenz. Tatsächlich gilt auch hier einer derselben Kritikpunkte: Es gibt so viele hervorragend designte Soldaten, die man gerne mit dabei haben möchte, tatsächlich ins eigene Squad aufnehmen kann man nur einen geringen Teil davon. Dabei ist jede einzelne der hochwertigen Anime-Figuren so entworfen, als könnte sie Teil der Heldentruppe sein, keiner macht den Eindruck eines lieblos erstellten Statisten. Da ist es natürlich außerdem schade, dass von den unzähligen Charakterköpfen nur eine Handvoll auch Relevanz in Cutscenes und Dialogen besitzt. Nicht einmal untereinander kommunizieren die Figuren und verschenken auf diese Weise alles an Potential, das die grandiosen Artworks aufbauen. Allein, es bleibt der Vorstellungskraft des Spielers überlassen, sich seine Favoriten herauszusuchen und selbst ein bisschen Story innerhalb der Missionen entstehen zu lassen. Da jeder Charakter eine Hintergrundgeschichte hat, die in einer Ingame-Übersicht nachgelesen werden kann, zudem alle Figuren über spezielle Eigenschaften verfügen, ergibt sich auch ohne distinkte Dialoge ein gewisses Bild.
 Autor:
Maximilian Edlfurtner
Testbericht
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