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Until Dawn

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 Spiel-Infos: Until Dawn
Until Dawn Boxart Name: Until Dawn (PAL)
Entwickler: Supermassive Games
Publisher: Sony Computer Entertainment Europe (SCEE)
Erhältlich seit: 26. August 2015
Genre: Action - Survival Horror
Spieler: 1
Features:
PlayStation-Kamera-Funktion
Until Dawn ist eines von den Spielen, die bereits mit ihrer Entwicklungsvergangenheit von sich reden machen. Angekündigt auf der gamescom 2012 für PlayStation 3, sollte aus dem Horror-Titel eigentlich ein auf PlayStation Move ausgelegtes First-Person-Spiel werden, bei dem die Taschenlampe einen zentralen Part einnimmt und mithilfe von Move gesteuert wird. Nachdem es allerdings lange Zeit still um das Projekt wurde, wurde schnell klar, dass etwas nicht geklappt haben muss und die Gerüchte um eine stille Einstellung wurden immer lauter. Genau zwei Jahre später enthüllte man dann allerdings, dass das Spiel inzwischen exklusiv für PlayStation 4 entwickelt wird, sämtliche Move-Steuermöglichkeiten fallen gelassen wurden und mit einer neuen Engine, sowie aufwändigem Motion-Capture nun ein neues Konzept hat. Am grundlegenden Genre und Setting wurde allerdings nichts verändert, womit sich Until Dawn selbst weiterhin als Teenie-Horror und Homage an bekannte Filme wie „Cabin in the Woods“ oder „Nightmare“ sieht. Wie gut das Spiel am Ende geworden ist, erfahrt ihr nun in unserem ausführlichen GU-Test.
 
Keine Gute Idee!
Die Geschichte beginnt genau ein Jahr vor der eigentlichen Handlung des Spiels. Zehn befreundete Teenager haben sich, wie jedes Jahr anlässlich der Winterferien, auf einer Berghütte am Mount Washington getroffen um dort zu feiern. Durch scheinbar mysteriöse Umstände kommen dabei die beiden Zwillinge Hannah und Beth ums Leben. Für die restlichen acht und die breite Öffentlichkeit gelten die beiden allerdings auch ein Jahr später offiziell nur als vermisst, da man die Leichen der Mädchen nicht finden konnte. Nichtsdestotrotz versammeln sich die übrigen acht wieder zur gleichen Jahreszeit am selben Ort, um mit diesen traumatischen Ereignis ein für alle mal abschließen zu können. Ob das wirklich so eine gute Idee ist? Denn noch wissen sie nicht, dass ihnen eine der schlimmsten oder eventuell sogar die letzte Nacht ihres Lebens bevorsteht.

Wer hier jedoch erwartet gleich von Anfang an das große Slasher-Fest serviert zu bekommen, der wird leider enttäuscht. Until Dawn startet eher gemächlich und in den ersten drei Kapiteln passiert kaum etwas Interessantes oder Nennenswertes, das die spätere Handlung nachhaltig beeinflussen könnte. Dafür lernen wir die acht Protagonisten näher kennen und merken sofort, dass hierbei ganz tief in die Klischeekiste gegriffen wurde. Wer jemals auch nur einen Teenie-Film gesehen hat, dem werden diese Stereotypen sofort bekannt vorkommen. Da hätten wir beispielsweise den Sportler und Macho Mike, die schüchterne Ashley, die Zicke Jessica, die noch größere Zicke Emily und den Nerd der Gruppe Chris. Kaum einer der Charaktere löst zu Beginn des Spiels große Sympathien aus und eigentlich wartet man regelrecht darauf, dass der kaltblütige Massenmörder auftaucht und den einen oder anderen endlich aus der Handlung nimmt.

Die Spannung steigt von Minute zu Minute
Sobald dieser aber auftaucht, beginnt das Spiel ordentlich an Fahrt aufzunehmen, welche auch bis zum Finale gut gehalten wird. Die Stimmung wird düsterer und die anfangs nervigen und eindimensionalen Charaktere zeigen neue Facetten von sich, wodurch sie sympathischer werden und auch ans Herz wachsen – naja zumindest manche. Mit einigen Twists ändert sich zudem später noch einmal die eigentliche Ausrichtung des Spiels. Ohne hierbei genauer ins Detail zu gehen, ist es besonders interessant, wie übernatürliche Elemente eingebaut und wie genau mit diesen umgegangen wurde. Die letztliche Auflösung bzw. die Absichten des Killers werden nicht jeden überzeugen, als Überraschungseffekt ist es allerdings durchaus gelungen. Insgesamt ist die Geschichte sicherlich nicht Oscar-verdächtig, durch die dichte Atmosphäre und das tolle Setting, kann sie aber sehr gut über ihre ca. 7-8 Stunden unterhalten.
 Autor:
Christoph Jäger
Testbericht
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Screenshots:
Leserwertung:
8.5