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Thief (Xbox One)

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 Spiel-Infos: Thief (Xbox One)
Thief Boxart Name: Thief (Xbox One) (PAL)
Entwickler: Eidos Montréal
Publisher: Square Enix
Erhältlich seit: 28. Februar 2014
Genre: Action - Stealth
Spieler: 1
Features:
keine

Unserem Redakteur Robert Stotzem lag Thief lediglich für Xbox One vor. Abweichungen im Test zu den Fassungen der anderen Konsolenversionen sind daher nicht ausgeschlossen.

 
Bereits 1998, lange bevor Batman und Konsorten als Videospiel-Schleicher große Erfolge feierten, eroberte ein gewisser Dieb namens Garret die digitalen Schatten. Für Jahre wurde die Thief-Reihe positiv aufgenommen, denn ihre Einflüsse kann und konnte man nicht abstreiten. Bis heute gilt die Serie unter Genrefans noch als Synonym für Stealth-Abenteuer. Und so entschied man sich bei Eidos Montréal dafür, den Kapuzenträger in ein modernes Gewand zu stecken und nach 10 Jahren endlich wieder auf Juwelenjagd zu schicken. Ob Garret eure Spielerherzen erneut stehlen wird?

Ein funkelnder Stein
Spiele, in denen explizit das Stehlen im Vordergrund steht, sind rar gesät. Dabei kann doch kein anderes Medium außer den Videospielen die Verlockung hinter diese Missetat so gut vermitteln - und das auch völlig ohne Strafverfolgung oder ernsthafte moralische Bedenken. Protagonist Garret, seines Zeichens Meisterdieb aus Leidenschaft, will sich aber nicht nur materiell bereichern. Als eine Art Robin Hood der Schatten bestiehlt er bevorzugt diejenigen, die zu viel haben. Auch korrupte Politiker sind vor seinen langen Fingern nicht sicher. Praktischerweise kommen in "der Stadt" beide Faktoren meist zusammen. Ganz oben auf der Liste seiner potentiellen Opfer steht daher Baron Northcrest. Der Tyrann der Spielwelt des neuen Thief lebt in einer prunkvollen Villa, während seine Wachen die verarmte Bevölkerung auf den Straßen schikaniert. Den Auftrag, ihm den mächtigen Urkraftstein zu stehlen, nimmt Garret deshalb bereitwillig an. Und so macht ihr euch zu Beginn des Spiels auf den Weg, um eben diese Aufgabe zu erfüllen. Unfreiwillige Unterstützung erhaltet ihr von eurer ehemaligen Schülerin Erin. Ihr Talent ist nicht abzustreiten, doch Garret ahnt bereits, dass ihr Hitzkopf noch problematisch werden wird. Es kommt, wie es kommen muss und der Raubzug geht gewaltig schief. Als Garret ein Jahr später auf dem Weg in die Stadt wieder wach wird, ist sein Leben auf den Kopf gestellt. Was ist im letzten Jahr passiert? Woher kommt die tödliche Epidemie? Lebt Erin noch? Zu allem Übel hat sich die Schlinge um seinen Hals zugezogen, denn die Wachen sind zahlreicher und brutaler in ihrem Vorgehen, als noch vor einem Jahr. Und Diebe sind ihre liebsten Ziele.
Das klingt erst mal nach einer spannenden Prämisse, deren Potential auch überwiegend ausgenutzt wird. Das lediglich als "Stadt" betitelte Setting ist düster und trumpft mit einer dichten Atmosphäre auf. Man hat gleich zu Beginn den Eindruck, dass man in Thief eine konsequent designte Spielwelt durchstreift. Auch die Story ist gut genug, um je nach Spielweise weit über zehn Stunden zu unterhalten. Ganz zufrieden sind wir aber nicht. Zunächst springt man von einem Auftrag zum anderen, ohne ein klares Ziel vor Augen. Spannend wird es erst, wenn mit der zweiten Hälfte des Spiels die Geschichte an Fahrt aufnimmt. So mancher vorhersehbarer Storytwist und das etwas holprige Ende trüben den Eindruck dann jedoch wieder. Im Gegensatz zu den positiven Eindrücken von Garrets Abenteuerspielplatz, wissen die Charaktere darüber hinaus nicht besonders zu gefallen. Sein Zögling Erin ist unsympathisch und die Lehrer-Schüler-Dynamik wird nicht herübergebracht. Ebenfalls schwach gezeichnet ist euer direkter Gegenspieler, der Diebesfänger General, welcher euch immer wieder begegnet. Statt Konkurrenzdenken und Verachtung empfindet ihr als Spieler für diesen eher schnöde Gleichgültigkeit.
 Autor:
Robert Stotzem
Testbericht
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Leserwertung:
7.7