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Outlast

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 Spiel-Infos: Outlast
PlayStation Network - Outlast Boxart Name: Outlast (PAL)
Entwickler: TBA
Publisher: Self-publishing
Erhältlich seit: 05. Februar 2014
Genre: Action - Survival Horror
Spieler: 1
Features:
keine
Eng ist er, dieser Lüftungsschacht, durch den er sich zwängen muss, weil kein anderer Weg vorbei an den mit Schränken und Bettgestellen verbarrikadierten Türen führt. Je weiter er kriecht, desto intensiver wird der Geruch von Schweiß, Blut und Erbrochenem. Das Herz pocht in seiner Schläfe, der Herzschlag dröhnt mit jedem Meter lauter in seinen Ohren. Es schnürt ihm die Kehle zu, als er ans Ende des Schachtes kommt und nur finsterste Dunkelheit ihn in Empfang nimmt. Plötzlich knarzt rechts von ihm eine Holzdiele und instinktiv zieht er seinen Kopf ein und rückt wenige Zentimeter zurück in den Lüftungsschacht. Mit zittrigen Fingern tastet er nach seiner Kamera, die ihm in den vergangenen Stunden ein ums andere Mal das Leben gerettet hat. Vorsichtig öffnet er den Bildschirm und schaltet die Nachtsicht ein. In dem Moment, wo er die widerwärtige Fratze des entstellten Mannes vor ihm erblickt, packt ihn auch schon eine Hand mit festem Griff und schleift ihn aus dem Luftschacht.

Das Grauen kennt keine Grenzen
Diese fiktive Szene könnte so in der Art auch im Indie-Horror-Titel Outlast vorkommen. „Held“ des Spiels ist der Journalist Miles Upshur, der nach einem anonymen Hinweis im Mount Massive Asylum schon die nächste, gewaltige Enthüllungsstory für den Pulitzer-Preis wittert. Die Anstalt wurde erst wenige Jahre zuvor von der Murkoff Corporation wieder eröffnet, nachdem sie wegen einiger ungeklärter Morde an Wissenschaftlern Anfang der 70er geschlossen wurde. Wegen einer E-Mail, die Miles auf mysteriöse Umstände in Mount Massive hinweist, fährt der Journalist mit Kamera und Notizblock bewaffnet los und geht dem Hinweis auf den Grund. Wie in vielen Geschichten des Horror-Genres ist es selbstverständlich, dass der Protagonist von Outlast nicht gerade an einen idyllischen Ort kommt. Im Gegenteil, Mount Massive ist voll von Insassen, an denen Experimente durchgeführt wurden. Allesamt entstellt und einige latent aggressiv. Zu allem Überfluss begegnet Miles auf seinem höllischen Trip durch die Anstalt auch noch einem Priester, der ihm das Evangelium bringen will und einen Folterdoktor. Die Story hinter Outlast klingt wie ein Sammelsurium aus Horror-Klischées und ist sinnbildlich für das gesamte Spiel. 
Outlast ist auf den ersten Blick nichts Besonderes, denn nicht nur inhaltlich wird mit gängigen Klischées herumgespielt, auch die Atmosphäre und die einzelnen Schockeffekte ziehen ihre Wirkung aus altbekanntem Material. Wenn man denkt nach dutzenden Horrorspielen sollte man mittlerweile gegen sogenannte Jumpscares gefeilt sein, dann belehrt einem Outlast eines Besseren. Wahrer Fall: Bei meiner Testsession spiele ich einen Abschnitt, den ich Eins-zu-eins bereits in einem vorab veröffentlichten Gameplayvideo kennengelernt habe. Dennoch bin ich angespannt, obwohl mir nahezu alles bekannt ist. Alles, außer einer Sache – einem wirklich erwartbaren Jumpscare, bei dem mir fast das Herz stehen bleibt. Dies mag einen Extremfall darstellen, doch stellt er die größte Stärke von Outlast gut dar: Die Kombination altgedienter Horror-Elemente in einem funktionierenden Ganzen ohne dabei zu erzwungen zu wirken.
 Autor:
Sascha P. Ritter
Testbericht
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Screenshots:
Leserwertung:
8.1