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Mirror´s Edge Catalyst

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Flow
Trotz aller bisheriger Kritik an Mirror´s Edge Catalyst, der Gameplay-Kern kann auch dieses Mal wieder voll punkten. Denn auch der Nachfolger schafft es, dass man sich als Spieler wieder unglaublich nach diesem besonderen Geschwindigkeitsrausch sehnt und am liebsten niemals stoppen möchte, wenn man einmal seinen „Flow“ gefunden hat. Als Spieler wird man mit diesem ganz besonderen Flow-Gefühl belohnt, wenn man seine Bewegungen und Laufwege aufeinander abstimmt: Rennen, Wandsprung nach oben, Sprung über den Abgrund, Abrollen und den Schwung mit in den Lauf nehmen. Zugegeben, man braucht wieder etwas Zeit, bis der eigene „Run“ zu einem einzigen, flüssigen Movement wird, aber sobald man sich reingefuchst hat, wird man mit tollen Flow-Gefühlen belohnt. Neu ist die Fokus-Energie, die sich während eines flüssigen Movements auflädt und dem Spieler mehr Zeit verschafft, wenn er unter Beschuss steht. Denn erneut sind auch bewaffnete Gegner mit von der Partie und die Kämpfe bilden ein weiteres Gameplay-Element. Im Erstling noch ein echter Dorn im Auge, sind die Kämpfe dieses Mal zwar immer noch nicht des Spielers liebstes Spielelement, wirken aber insgesamt besser in die Bewegungsabläufe integriert. So wird man als Spieler durch Kämpfe nun deutlich weniger aus dem Flow gerissen, sondern kann die Gegner stattdessen besser in seinen „Lauf“ integrieren. Die Gegner-KI ist allerdings nach wie vor schwach und die Elitesoldaten verhalten sich häufig wie ein aufgescheuchter Hühnerhaufen, die sich mit einfachen Faustschlägen und Fußtritten ausschalten lassen. Auch manche Gegneranimation wirkt etwas „unbeholfen“. Generell hatten wir während unseres Tests mit manchen grafischen Unfeinheiten zu kämpfen. Stellenweise gab es Texturfehler und, zwar seltene, aber vorhandene, Framerate-Einbrüche. Der Grafikstil ist zwar nach wie vor außergewöhnlich, doch die (gelungene) kühle Optik trägt leider keine komplette, große „Open World“ und hätte stellenweise mehr Abwechslung vertragen, die unterschiedliche Orte mehr voneinander abhebt.
 
FAZIT
Das Kern-Gameplay von Mirror´s Edge Catalyst kann überzeugen. Dieses einzigartige Flow-Gefühl wurde vom Erstling gekonnt übertragen und an den richtigen Stellen aufpoliert, sodass sich der Bewegungsablauf insgesamt nun noch flüssiger und mitreißender präsentiert. Leider sorgen die neuen (Gameplay-)Elemente dafür, dass Mirror´s Edge Catalyst im Vergleich zum Vorgänger eher enttäuschend daherkommt. Die Ausrichtung auf ein größeres Spielerpublikum und die damit angestrebte Massemarktkompatibilität, berauben der Reihe ihre größte Stärke, indem sie den Nachfolger zu einem 0815-Spiel seiner Zeit degradieren. Es fehlt dieser besondere Charme, durch den man dem Vorgänger noch so manchen „Schnitzer“ verzeihen konnte. Die Open World-Ausrichtung ist nicht geglückt, denn die offene Spielwelt wirkt leblos und stellenweise auch zu lieblos. Die Nebenmissionen sind nicht mehr als stupide Beschäftigungstherapie und auch die Hollywood-esque Story ist zu seicht, zu platt, zu aufgebläht. Es wirkt so, als wollten die Entwickler aus Mirror´s Edge ein Spiel basteln, das jedem Spieler prinzipiell zusagen könnte. Frei nach dem Motto: „Bei den zahlreichen neuen Spiel-Elementen ist doch sicher für jeden was dabei!“ Doch genau dadurch wirkt Mirror´s Edge Catalyst im Endeffekt zu halbgar, zu steril, zu klinisch, zu generisch. Im Kern steckt nach wie vor ein tolles Spielprinzip, doch durch die völlige Überfrachtung dieses Prinzips mit unausgegorenen Features und Neuerungen verliert der Titel all das „Besondere“, das den Vorgänger noch zu einem Highlight der letzten Generation katapultierte.

Daher für Einzelspieler ordentlich bis gut.
 Autor:
Joshua Hampf
Testbericht
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Leserwertung:
7.6