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Mirror´s Edge Catalyst

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Massenkompatibel
Jede Faser von Mirror´s Edge Catalyst scheint auf Massenkompatibilität getrimmt worden zu sein. Das beginnt mit der Story, die nun häufiger durch aufwändige Cutscenes vorangetrieben wird, sich dabei aber in unemotionaler Bedeutungslosigkeit verliert. Zahlreiche fiese Machenschaften von Firmen und Personen werden aufgedeckt und auch über die bedrückende Vergangenheit der Heldin Faith wird der Spieler schrittweise aufgeklärt. Doch all das wirkt überfrachtet, denn der eigentlich simple Plot wird nach und nach so weit aufgebläht, dass er nur in wenigen Momenten wirklich interessant wirkt. Zudem offenbart sich dem Spieler eine völlig unsympathische Faith, die fragwürdige Entscheidungen trifft und in ihrer ganzen Persönlichkeit zu unstetig wirkt. So lässt sich keine echte Beziehung zwischen Spieler und Spielfigur aufbauen und Story und Charaktere bleiben, trotz Zwischensequenzen, fremd und distanziert. Auch die offene Spielwelt soll den Titel für ein breiteres Publikum öffnen – immerhin ist „Open World“ mehr denn je in aller Munde. Leider bietet Mirror´s Edge Catalyst eine der wohl leblosesten und eintönigsten Open World-Erfahrungen seit langer Zeit. Der Minimalismus des Vorgängers wurde nun auf eine offene Spielwelt übertragen, wirkt in dieser offenen Spielwelt aber nicht mehr als künstlerischer Kniff, sondern sorgt für immergleiche Ecken, Aussichten und Orte. Eine leblose, lieblose, große Welt, deren Sinn sich kaum erschließt, denn zum Entdecken gibt es tatsächlich nichts. Nun, bis auf die Nebenmissionen, die an Banalität kaum zu überbieten sind, denn mehr als „Taxi-Missionen“ lassen sich nicht finden.
 
 
Auf einer Übersichtskarte werden nach und nach zahlreiche Nebenmissionen angezeigt und bei fast jeder dieser Missionen wird Faith zu einer Postbotin, die diverse Gegenstände in vorgegebener Zeit von A nach B transportieren muss. Für diese Nebenmissionen (zusätzlich gibt es im Spiel noch zahlreiche Sammelquests) werdet ihr, zusätzlich zum Beenden von Hauptquests, mit EXP belohnt, die ihr in das Aufleveln eurer Fähigkeiten (Bewegung, Ausrüstung, Kampf) stecken könnt. Während sich durch das Aufleveln der Bewegungs- und Kampffähigkeiten teilweise tatsächlich feinere Bewegungsabläufe realisieren lassen, sind die Ausrüstungs-Upgrades ein weiterer Kritikpunkt. Denn das MAG Rope (ein Enterhaken) lässt euch zwar große Höhenunterschiede in kurzer Zeit überwinden, doch – trotz „Open World“ – dürft ihr dieses nette Gerät nur an vorgegebenen Stellen einsetzen.
 
Ein weiterer Punkt, der Mirror´s Edge Catalyst interessanter für die breite Masse werden lassen sollte, stellen die erweiterten Online-Features dar. Neben den klassischen Ranglisten zum virtuellen „Speed-Vergleich“, bietet der Titel auch einen Herausforderungsmodus. Toll, weil jeder Spieler eigene Herausforderungen erstellen kann. So legt man etwa selbst einen Streckenabschnitt fest, positioniert Checkpoints und lässt Spieler aus der ganzen Welt auf dieser Strecke gegeneinander antreten. Oder man versteckt bestimmte Objekte und lädt Spieler zur großen Schnitzeljagd. Der Challenge-Modus bietet einige nette Möglichkeiten und schon jetzt lässt sich gelungener spielergenerierter Content finden.
 Autor:
Joshua Hampf
Testbericht
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Leserwertung:
7.6