PlayStation 4 » Tests » L » Life is Strange: Episode 5 - Polarized

Life is Strange: Episode 5 - Polarized

-> Drucken Spiel-Infos ein-/ausblenden...
 Spiel-Infos: Life is Strange: Episode 5 - Polarized
Life is Strange: Episode 5 Boxart Name: Life is Strange: Episode 5 - Polarized (PAL)
Entwickler: Dontnod Entertainment
Publisher: Square Enix
Erhältlich seit: 20. Oktober 2015
Genre: Adventure
Spieler: 1
Features:

Wir schauen uns in fünf separaten Tests das neue Adventure von Dontnod Entertainment genauer an und erzählen euch, was die einzelnen Episoden jeweils zu bieten haben. In unserem letzten Test geht es um Episode 5: „Polarized“. Stellt euch vor ihr wacht eines Tages auf und besitzt plötzlich die Fähigkeit die Zeit zurückzudrehen. Was würdet ihr tun? Genau mit dieser Frage muss sich Max Caulfield in Life is Strange auseinandersetzen.
 
Ein "polarisierendes" Ende
Wir nähern uns mit großen Schritten den letzten Szenen von Life is Strange, doch sieht es nach dem Ende der vergangenen Episode zunächst erst einmal sehr düster für unsere Protagonisten aus. Rachel Amber ist tot, Chloe wurde soeben erschossen und der Drahtzieher hinter alledem, Mr. Jefferson, hält nun Max in seinem „Dark Room“ gefangen. Wir lernen die kranken Motive hinter Mr. Jeffersons Taten und seiner Auffassung von wahrer Kunst, sowie seine gezielte Manpulation und Kontrolle von Max' Mitschüler Nathan Prescott kennen. Insgesamt hat man die Rolle des Bösewichts, der dem gefangenen Protagonisten kurz vor dessen vermeintlichen Tod noch einmal seine Pläne offenbart zwar schon hunderte Male gesehen, doch haben es die Schreiber trotzdem geschafft, dass diese Szenen nicht lächerlich daherkommen, sondern weiterhin spannend und bedrohlich wirken.

Das Ziel ist klar, Max muss es irgendwie schaffen die Zeit so zu manipulieren, dass sie erst gar nicht in diese missliche Lage geraten kann. Ob und wie sie das schafft, sei an dieser Stelle nicht verraten, doch muss sie sich dieses Mal noch intensiver mit verschiedenen Zeitlinien auseinandersetzen und auch wohl oder übel am Ende die Konsequenzen ihrer Kräfte kennenlernen. Viele interessante und auch überraschende Twists wurden wieder in die Handlung eingestreut, sodass man über die etwa 3-4 Stunden das Gamepad nicht aus der Hand legen möchte und stets wissen möchte wie es nun aus geht. Wir sehen und sprechen noch einmal beinahe jeden relevanten Charakter den wir im Laufe des Abenteuers getroffen haben, was wiederum perfekt zum Höhepunkt und somit zum möglichen „Ende der Welt“ passt. Das tatsächliche Finale wird allerdings die Gemüter spalten, da man sich nur zwischen zwei Wegen entscheiden kann, welche im Grunde viele der Entscheidungen aus den vorangegangenen vier Episoden obsolet machen. Insgesamt sollte man sich trotz der finalen Episode auch nicht darauf einstellen, Antworten auf alle seine Fragen zu bekommen. Woher Max' Kräfte nun tatsächlich gekommen sind oder was genau der mysteriöse Hirsch zu bedeuten hatte, etc.. Viele dieser Dinge bleiben weiterhin offen.
{split}
Überraschende Elemente
Im Gegensatz zu den vorherigen Episoden gibt es in „Polarized“ nur wenige Abschnitte, in denen man wirklich die Gegend erkunden oder sich mit Leuten unterhalten kann. Das Tempo der Handlung ist deutlich höher und insgesamt sind die Wege linearer gehalten. Das führt allerdings auch dazu, dass die Episode inszenatorisch einige der stärksten Momente hat, die Life is Strange insgesamt zu bieten hat. Viele kleine und größerer Twists in der Geschichte verleihen diesen dabei das nötige Gewicht. Gerade in der letzten Spielstunde wird durch das Chaos rund um Max und die dadurch entstehende Zeitproblematik einige klasse Abschnitte geschaffen, die nicht nur die Charaktere in der Welt, sondern auch den Spieler überraschen. Spielerisch gibt es wie bereits angesprochen weniger Freiheiten als zuvor, doch hat man sich stattdessen einige neue Elemente überlegt welche mal mehr und mal weniger gut zünden. Zu Letzterem zählt vor allem der eher misslungene Versuch eines Schleichlevels, welcher sich nicht nur viel zu lange zieht, sondern auch zu sehr auf Trial & Error setzt. Das Selbe gilt für eines der Zeitrückspulrätsel, bei dem man nur durch ewiges Ausprobieren ans Ziel kommt. Wiederum gelungen sind hingegen einige andere Rätsel, welche Max' Fähigkeiten so gar nicht beanspruchen. Neue Ortschaften gibt es zwar auch wieder, aber nicht wirklich viele bzw. sorgen diese für einige nette Überraschungen, welche ich an dieser Stelle deshalb nicht weiter ausführen möchte.
 
FAZIT:
Life is Strange findet mit „Polarized“ ein gelungenes Ende. Die Geschichte ums Erwachsenwerden rund um die beiden Teenager Max und Chloe gehört ohne Zweifel zu den spannendsten und emotionalsten Reisen des Jahres. Spielerisch werden in der finalen Episode mit der „Stealth-Passage“ und einigen Trial & Error Momenten zwar Fehler gemacht, aber glücklicherweise weiß die spannungsgeladene Story durchweg zu überzeugen. Zwar wurden nicht alle meine brennenden Fragen zur Handlung beantwortet und auch die Tatsache, dass das tatsächliche Ende nur aus zwei Möglichkeiten besteht ist etwas schade, doch schmälern diese Dinge meine Begeisterung im Großen und Ganzen nur kaum. Entwickler Dontnot Entertainment hat mit Life is Strange ein kleines atmosphärisches als auch erzählerisches Meisterwerk geschaffen, das zudem den Kollegen von Telltale zeigt, wie man die Formel für diese Art von Spiel gelungen verfeinert. Wer bisher noch nicht zugeschlagen hat, der hat nun auch endlich die Möglichkeit die komplette Geschichte ohne weitere Wartezeiten zu genießen!
 
Daher für Einzelspieler sehr gut bis herausragend.
 Autor:
Christoph Jäger
Testbericht
Zur Screengalerie
Screenshots:
Leserwertung:
8.6