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Eine Frage des Preises?

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Videospiele sind ein teures Hobby. Während man Serien mittlerweile zum Flatrate-Preis bei Netflix, Watchever und Co. konsumieren kann, muss ein Gamer ständig tief in die Tasche greifen. Alle paar Jahre will – mindestens – eine neue Konsole angeschafft werden. Zusätzliche Controller und ein Abonnement des Online-Dienstes sind wohl für die allermeisten Spieler auch Pflicht. Mehrere hundert Euro verschwinden also als reine Anschaffungskosten von euren Konten. Aber Hardware nützt natürlich nicht ohne passende Software und so will das Laufwerk eures neuen Spielzeugs regelmäßig mit einer neuen Blu-Ray gefüttert werden. Euch Lesern erzähle ich sicher nichts Neues. Dass Gaming eine kostenintensive Beschäftigung ist, wird wohl so ziemlich jedem von euch bewusst sein. Die Meinungen der Spieler driften allerdings auseinander, wenn es um den Wert der Spiele geht.
 
Wann ist ein Videospiel seinen Preis wert?
 
Die Debatte um dieses Thema hält sich hartnäckig. Nicht nur bei uns im Gaming-Universe-Forum, sondern auch in den Kommentarspalten auf YouTube und sicher auch in Meetings der Videospiel-Publisher. Dieser Tage heizen zwei Neuveröffentlichung die Kontroverse wieder an. Die Witcher-Entwickler CD Project RED versprechen mit der neuen Erweiterung Blood and Wine locker 30 Stunden lang frische Abenteuer in Temerien. Sollten sie ihr Wort halten, hat dieser Zusatzinhalt wohl einen größeren Umfang, als viele Spiele die für 60 Euro auf Disc gepresst im Ladenregal stehen. Dabei kostet das Addon nur Portemonnaie-freundliche 20 Euro.

Aber ist das wirklich alles was zählt? Vielleicht nicht, aber Kritiker des Preises von Blizzards neuem Shooter Overwatch dürften wohl argumentieren, dass der Umfang eine wichtige Rolle bei der Kaufentscheidung spielt. Obwohl sich das Spiel mit ausgezeichneten Kritiken schmücken darf, bricht es selbst als reiner Mehrspieler-Shooter wohl keine Rekorde, was die Anzahl an Spielmodi und Karten angeht. Ein Vorwurf, mit dem sich beispielsweise auch Electronic Arts` Titanfall konfrontiert sah. Aber spielt das eine Rolle, wenn die Qualität stimmt und daher viel Wiederspielwert gegeben ist? Die 30 Stunden, welche einem die Witcher-Quests bieten, kann man mit einem Online-Spiel locker überbieten. Für manch einen dürfte allerdings die fehlende Offline- und Einzelspieler-Komponente dieser Titel aber auch schon ein Grund sein, dass das Bezahlen des Vollpreises nicht in Frage kommt.
Ein weniger greifbarer Faktor, der die Entscheidung für oder gegen einen Kauf beeinflussen kann, ist der „Aufwand“, welche Seitens der Entwickler in das Spiel geflossen ist. Im Forum findet gerade eine Debatte statt, ob sich Star Fox Zero genug von älteren Titeln der Reihe unterscheidet, um den Kaufpreis zu rechtfertigen. Aber diese Debatte dreht sich nicht nur um Nintendos Weltraum-Shooter. Eine schnelle Google-Suche zeigt, dass das Recycling der Spielwelt von Far Cry 4 für den Nachfolger Far Cry: Primal große Wellen geschlagen hat. Und während der Retro-Look von Titeln aus der Indie-Szene früher gefeiert wurde, liest man nun immer häufiger Kommentare, die den Frust über die 2D-Pixel-Optik ausdrücken. Aber wäre ein kreatives Spiel wie Super Time Force Ultra „besser“, wenn es sich stattdessen grafisch auf einem Level mit Uncharted 4 befände? Ist ein höherer Preis in diesem Fall angemessen?

Letztendlich scheint es nahezu unmöglich eine Lösung zu finden, mit der sich alle Spieler anfreunden können. Ich persönlich versuche, wann immer möglich, den finanziellen Aspekt außer Acht zu lassen. Stattdessen messe ich den Wert eines Spiels darin, ob sich die Investition meiner Zeit lohnen würde. Anders gesagt: Habe ich Spaß, hat sich der Kauf gelohnt. Da man sich dessen vor dem Kauf nicht sicher sein kann, besteht immer ein gewisses Restrisiko, mit dem ich als Videospiel-Fan wohl einfach leben muss. Ich habe ich für mich noch keine allgemeingültige Regel gefunden. Es bleibt eine Einzelfallentscheidung.
 


Aus welchen Gründen entscheidet ihr euch für oder gegen den Kauf eines neuen Titels? Spielt das Preis/Leistungs-Verhältnis überhaupt eine Rolle für euch? Gibt es Spiele, für die ihr es nach dem Durchspielen bereut habt, den vollen Preis gezahlt zu haben? Für welches Spiel hättet ihr sogar gerne mehr Geld ausgegeben?
 Autor:
Alexander Reeb
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